Le Havre liegt hinter uns

Der oder die eine oder andere werden es unserem Status möglicherweise schon entnommen haben: Le Havre hat uns nicht sehr für sich eingenommen…

Am Donnerstag, den 14.8. waren wir von Saint Vaast le Hague aus in einer schönen Tagestour (leider ohne Wind, sondern den ganzen Tag unter Maschine…) nach Le Havre gefahren, wo wir mit dem letzten Abendlicht ankamen.

Am kommenden Tag sind wir dann gestartet auf eine Tour durch die Stadt: Le Havre war von den Engländern am Ende des 2. Weltkrieges bis auf die Grundmauern zerstört worden. Um für diese wichtige Hafenstadt schnell wieder Wohnraum zu schaffen, hat man den Architekten Auguste Perret beauftragt und herausgekommen ist eine Stadt, die mancher ostdeutschen Stadt (Gera z.B. sehr ähnelt: in gleichmäßigen Quadraten angelegte Straßenzüge, rechts und links gesäumt von 4-8-stöckigen Plattenbauten.

Man gibt sich hier in Le Havre Mühe, diese Häuserschluchten durch Grün und / oder Kunst ein wenig hübscher zu gestalten (oder durch bunte Markisen), doch auch das gelingt nur bedingt… Auch hatten wir den Eindrduck, dass diese Art zu wohnen Einfluss nimmt auf die Menschen, die hier weniger freundlich, stattdessen mitunter leicht aggressiv oder mindest abweisend wirken.

4 Tage lang sind wir durch die Stadt gelaufen und haben uns wirklich Mühe gegeben, schöne Ecken zu finden. Es ist uns nicht gelungen.

Einzig ein Besuch der katholischen Messe in der bombastischen Kirche St. Joseph hat ein wenig verwöhnt: dieser stadtbildprägende Bau aus 700t Stahl und 50.000 t Beton mit 12.768 einzelnen farbigen Glasfenstern ist schon beeinddruckend: 107m hoch! Ein symbolträchtiges Gebäude für den Wiederaufbau – ein echtes statement… Aber ehrlich gesagt: ich fühle mich wohler in unserer kleinen Haddebyer Kirche…


Auch alle unsere Versuche, die Stadt per Rad oder Roller oder Bus zu erkunden, sind gescheitert: Daran, dass unsere Kreditkarten nicht vom Rollerverleih akzeptiert wurden oder der Busfahrer keine Bankkarte nahm, sondern uns darauf verwies, dass wir erst eine Verkaufsstelle suchen und dort tickets kaufen müssten oder der Fahrradverleih montags leider erst um 14:00 Uhr öffnet… Und nachdem wir einige Stunden immer wieder die Quadrate abgelaufen sind, wollten wir nur raus aus Le Havre… Der Wind lies dies am Dienstag, 19.8. zu – dieses Wetterfenster haben wir früh um 06:00 Uhr genutzt und sind nach Fecamp weitergesegelt – Le Havre hat sich nochmal von seiner schönsten Seite im Morgenlicht gezeigt, aber dann waren wir auch froh, „um die Ecke“ zu sein und die wunderbare Küste von Etretat entlangsegeln zu können.

Die morgendliche Fahrt an der Küste von Etretat war wunderbar:

Hier werden wir nun bis Freitag bleiben, dann ergibt sich das nächste Wetterfenster, um weiter nach Dieppe zu kommen – wir werden berichten!


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